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Die Politik könnte mehr tun für mehr Arbeit

Freitag, 29 April 2005

Die Zahl der Arbeitslosen ist mit rund 5 Millionen derzeit so hoch wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Aber das müsste nicht so sein, sagt Anke Peiniger, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Personalvermittlung e.V. Denn die Politik könnte mehr tun für mehr Arbeit, sagt Peiniger.

 

INSM:

Frau Peiniger, seit 1994 dürfen private Arbeitsvermittler hier in Deutschland tätig sein.
Wie sieht Ihre Bilanz aus?

Peiniger:

Unsere Bilanz ist außerordentlich gut. Wir hatten von Anfang an guten Zulauf, sowohl von Arbeitnehmer- als auch von Arbeitgeberseite und die Tendenz ist steigend.

INSM:

Warum ist dann die Arbeitslosenzahl nicht gesunken?

Peiniger:

Die Zahl der Arbeitslosen ist nicht noch stärker gestiegen, so wird ein Schuh draus. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, aber die privaten Arbeitsvermittler können nur im Rahmen der bestehenden Verhältnisse tätig sein und da könnte die Politik durchaus noch viel tun.

INSM:

Was soll die Politik denn noch für Sie tun.

Peiniger:

Da gibt es eine ganze Menge: Zum einen muss es in Deutschland ganz andere Rahmenbedingungen geben, Stichwort: Bürokratisierung. Da sind so viele Hürden, dass sich Unternehmer "und das hören wir immer wieder" zehnmal überlegen, ob sie jemanden einstellen oder nicht. Denn nach der aktuellen Gesetzgebung binden sie sich damit auf lange Sicht, das aber gibt der Konjunkturverlauf längst nicht mehr her. In dem Maße, wie die Wirtschaft nicht oder nur schleppend läuft, müssen die Rahmenbedingungen flexibilisiert werden, damit überhaupt was geht am Arbeitsmarkt. Zum zweiten sehe ich bei den Konditionen für die Arbeitsvermittlung durchaus Optimierungsbedarf.

INSM:

Woran denken Sie da konkret?

Peiniger:

In erster Linie denke ich da an die Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen. Wir könnten durch eine engere Kooperation deutlich mehr tun, aber das funktioniert in der Praxis leider nicht.

INSM:

warum nicht?

Peiniger:

Weil uns die Arbeitsagenturen häufig immer noch als Konkurrenz sehen.

INSM:

Worauf führen Sie das zurück?

Peiniger:

Gute Frage. Vielleicht einfach nur Scheuklappen, wenig Erfahrung oder Angst vor privaten Konkurrenten.

INSM:

Wie nehmen Sie der Politik diese Angst ?

Peiniger:

Wissen Sie, bei 5,2 Millionen Arbeitslosen haben vor allem die Betroffenen Angst davor, dass sie für immer raus sein könnten - aus dem Berufsleben, aus der Gesellschaft. Da sollten wir uns nicht mit möglichen Konkurrenz-Gedanken aufhalten, sondern alles tun, dass dieses Drama Arbeitslosigkeit endlich ein Ende findet. Das ist in erster Linie die Politik gefragt, aber sie muss sich auch helfen lassen, z.B. von den privaten Vermittlern, denn das Problem geht uns alle an.

INSM:

Schafft denn die aktuelle Mindestlohn-Diskussion neue Arbeitsplätze?

Peiniger:

Nein, im Gegenteil. Wir haben eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung in Deutschland, in der auch der Preis für Arbeit von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Wenn wir momentan ein Überangebot und damit in der Konsequenz niedrige Löhne haben, dann sind nicht Mindestlöhne die richtige Antwort, sondern wir müssen uns was einfallen lassen, wie wir das Angebot an Arbeitsplätzen stärken. Dazu muss der Wirtschaftsstandort wieder attraktiver werden, dazu müssen wir auch Forschung und Bildung stärken, denn in einem Hochlohnland wie Deutschland brauchen wir entsprechend qualifizierte Arbeitskräfte.

INSM:

Frau Peiniger, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!

insmwww.chancenfueralle.de

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